Kinderkrippe „Die kleinen Strolche“

Ihr lieben Leser, soll ich Euch einmal etwas sagen? Ich bin so froh, dass ich bei den Strolchen gelandet bin. Aber soll ich Euch noch etwas sagen: Die Strolche sind auch super froh, dass  ich bei Ihnen gelandet bin! Und heute möchte ich Euch gern von einem meiner Tage bei den Strolchen erzählen.

Also, ich bin Felix. Wenn ich allmorgendlich mit meiner Mama klingele und in die Krippe komme, strahle ich mit der Sonne um die Wette. So ist es zum Beispiel montags: Nach einem spielfreudigen und kuscheligen Wochenende freue ich mich so, wenn die Tür der Kinderkrippe aufgeht und ich von freundlichen Erzieherinnen begrüßt werde, die ich nun schon sehr gut kenne. Meist gehe ich fix in die Garderobe und verstaue alle meine Sachen. Auch mein Kuscheltier und mein Nachtlicht werden am Haken mit meinem Symbol, dem Bagger, verstaut, wo sie bis zum Mittagsschlaf auf mich warten. Wenn ich noch ein Kuscheltuch brauche, nehme ich das natürlich mit zum Spielen. Das Bagger- Symbol finde ich auch noch an anderen Orten in der Krippe, wie an meinem Bett, bei meinem Schnuller und auch bei meinen Wickel- und Wechselsachen. Das tolle an der Krippe ist, dass meine Mama jeden Morgen individuell entscheiden und Bescheid geben kann, ob ich Mittagessen und Mittagsschlaf machen soll, oder vorher abgeholt werde.

Nun verabschiede ich meine Mama, die, wie auch zuvor schon mein Papa, mit einem sehr guten Gefühl in ihren Alltag startet, um dann später am Nachmittag voll und ganz für mich da sein zu können.

Manchmal, wenn ich noch müde bin, oder mir die Trennung etwas schwerer fällt, krabbele ich auf den Schoss einer Erzieherin, um mir eine wohltuende Kuscheleinheit zu holen. Eine ganz individuelle und langsame Eingewöhnungszeit hat mich eine sehr vertraute und geborgene Beziehung zu den Erzieherinnen aufbauen lassen. Diese trägt mich durch den Tag in der Krippe und gibt mir auch beim Ankommen Sicherheit.

Wenn ich angekommen bin, beginnt für mich die Freispielzeit. In dieser Zeit kommen auch die anderen Kinder, die bis dahin noch nicht da sind, mal mit mehr, mal mit weniger Trennungsschmerz in der Krippe an. Und auch sie finden ihre nötige Unterstützung oder ihr Ritual zur Ankunft in der Krippe.
Ich kann nun wählen, ob ich zum Beispiel kneten, puzzeln, oder ein Bilderbuch ansehen möchte. Ich brauche zunächst immer etwas Zeit, um zu schauen, wer an diesem Tag so alles da ist. Danach bin ich für alles zu begeistern. Sehr oft bin ich am Knettisch zu finden.

Wenn dann das Lied „Jetzt ist Aufräumzeit“ gesungen wird und ein Kind die Triangel schlagen darf, wissen wir, dass es nun Zeit ist, gemeinsam aufzuräumen, um uns dann im gemeinsamen Morgenkreis zu treffen. Ist das Aufräumen geschafft, holt sich jedes Kind ein Kissen und nimmt gemütlich im jeweiligen Gruppenraum Platz. Ein Gefühl von Willkommen sein und täglich widerkehrendem Ritual gibt uns das Begrüßungslied: „Halli, Hallo, schön, dass Du da bist.. “Hier wird der Name jedes anwesenden Kindes genannt, wodurch sich natürlich ein jeder Strolch angesprochen fühlt. Nun folgt eine spannende Geschichte, die für mich als 1 jährigen noch im kleinen Gruppenraum in Form eines kleinen „Puppenspiels“  stattfindet. Hier trifft Bauer Peter zum Beispiel beim Spaziergang mit seinem Hund den kleinen Leo. Das ist wirklich sehr interessant und ich bin ganz gebannt dabei. Im großen Gruppenraum wird eine Bilderbuchgeschichte betrachtet und erzählt. Dann folgt ein Lied oder ein Tanz zum Thema der Geschichte oder zur Jahreszeit.

Im Anschluss, so ungefähr um neun Uhr, folgt das altersgerechte, frisch zubereitete Frühstück. Natürlich nach dem Händewaschen. Eingeleitet wird das gemeinsame Frühstück, indem ich meinen Sitznachbarn an die Hand nehme und wir alle gemeinsam: „Piep, Piep, Piep, wir haben uns alle lieb..“ singen. Nun geht es los. Ich habe verständlicher Weise zu dieser Zeit einen riesen Hunger und in Gemeinschaft anderer Kinder schmeckt es natürlich noch viel, viel besser. So probiere ich auch einmal etwas Neues. Was meine „Mitstrolche“ essen, muss ja lecker sein! Es gibt verschiedene Brotsorten, die das aktive Kauen anregen sollen, verschiedene Rohkost in Form von Gemüse und Obst, sowie Aufstriche, Wurst und Käse. Natürlich wird hier auf jeden besonderen Wunsch oder Unverträglichkeiten im Sinne des einzelnen Kindes Rücksicht genommen.

So schön satt bin ich voller Energie und nach dem gemeinsamen Zähneputzen und Sichtung meiner Windel geht es meist in den Garten. Hier gibt es so viel zu erleben. Besonders bezaubern mich Seifenblasen, die mich so stauen und jauchzen lassen. Dann darf natürlich eine Ausfahrt oder sogar ein kleines Rennen auf dem Bobbycar nicht fehlen, welches ich schon an meinem ersten Tag problemlos rückwärts fortbewegen konnte. Eine kleine Spielepisode im Sandkasten oder eine Runde in der großen Nestschaukel ist auch noch drin. Manchmal unterbreche ich meinen Spielspass noch einmal, wenn ein akuter Windelwechsel nötig ist, spiele dann aber frisch und fröhlich weiter.

Sollte das Wetter mal so schlecht sein, das wir nicht raus gehen können, gibt es auch Spiel- und Bastelabenteuer im Innenbereich zu erleben. So wird hier häufig gemalt, geklebt oder gemeinsam ein Fingerspiel gemacht. Besonders bei dem Mitmach-Lied „Aramsamsam“ bin ich stets mit vollem Eifer dabei. Zu Ostern, Weihnachten oder auch zum Muttertag bastele ich dann gern passende Geschenke oder Kunstwerke, so toll wie ein 1jähriger das schon kann.

Nun freue ich mich auf das gesunde, wohl duftende, täglich frisch gekochte Mittagessen und natürlich auf den Nachtisch, nach dem alle Kinder bald schon rufen werden. Alle Strolche essen gemeinsam und jede Mahlzeit wird mit einem gemeinsamen Lied oder Tischspruch eingeleitet. Dann fasse ich wieder einen meiner Freunde, der neben mir am Tisch sitzt, an der Hand und wir singen mittags gemeinsam: „Viele kleine Fische..“ Nun weiß ich genau, dass das leckere Essen jetzt serviert wird. Zu Beginn meiner Strolche-Zeit brauchte und bekam ich noch Hilfestellung beim Essen, mittlerweile schaffe ich das schon sehr gut allein und mit Besteck.

Danach bin ich aber nun wirklich bereit für mein kuscheliges Bett und schlafe tief und fest, bis ich nach einem kleinen Snack wieder strahlend in die Arme von Mama und Papa laufen kann. Dies ist dann auch der Zeitpunkt, während dessen meine Eltern wichtige Informationen über meinen Tagesablauf, ob alles gut war, ich mir weh getan habe, was wir gemacht haben, ob ich gut gegessen habe oder sonstige wichtige Mitteilungen im persönlichen Gespräch erhalten.

An so einem ereignisreichen Tag habe ich so viel gelernt: Über das Zusammenleben in einer Gruppe, das Teilen mit anderen, geborgen zu sein und mich begeistern zu können. Ich habe viel frische Luft genießen und mich darin bewegen können und ich habe Rituale erfahren, die mir Sicherheit geben.

Natürlich bin auch ich nur ein kleiner Felix und habe nicht nur gute Tage. So kann es sein, dass ich einfach mal mehr weinen und auch mehr kuscheln muss. Gründe dafür könnten sein, dass sich ein Zahn seinen Weg sucht oder ich durch einen Entwicklungsschub ganz schön gefordert bin. Dann finde ich immer einen Schoß, meinen Schnuller und mein Kuscheltuch. Das alles gibt mir die Kraft und Sicherheit, danach wieder mit der Sonne um die Wetter zu strahlen und mich so von Herzen zu begeistern.

Nun freue ich mich auf einen tollen Nachmittag mit meinen Eltern und morgen auf einen neuen Strolche-Tag. Und ich freue mich auf den Tag, an dem ich meinen Eltern das alles nach jedem Tag erzählen kann.

Es gibt noch so viel zu erleben und ich bin bereit dafür, weil mir viel zugetraut wird. Das macht mich täglich mutiger und sicherer.

Bis bald bei den Strolchen. Seid herzlich gegrüsst, Euer Felix

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